Was bleibt, wenn ein Jahr zu Ende geht, ist Dankbarkeit!

Es sind diese Tage zum Ende des Jahres, die sich anfühlen, als würde die Welt auch mal den Atem anhalten. Die Straßen sind leerer, Geräusche gedämpfter, und in den Fenstern brennt Licht, das Wärme verspricht. Ich sitze mit einer Tasse Tee da und merke, wie 2025 noch einmal an mir vorbeizieht. Nicht wie eine ordentliche Bilderreihe, sondern wie ein Film mit Sprüngen. Schöne Szenen. Harte Schnitte. Und dazwischen die stillen Momente, in denen man sich erneut erinnert, was einen wirklich durchs Jahr getragen hat.

Es war nicht die Planung. Nicht die große Strategie. Es waren Menschen. Begegnungen, meine Arbeit, erhaltene Unterstützung. Kleine Gesten, die im richtigen Moment groß wurden. Und immer wieder diese Erkenntnis, die sich auch in diesem Jahr bestätigt hat: Zusammen sind wir stärker als allein. Und, die Erinnerung daran: Es ist wichtig, um Hilfe zu bitten, so schwer sich das manchmal anfühlt, wenn man immer wieder fragt. Gleichzeitig brauchte ich meine Rückzugsorte, meine Stunden nur für mich, um wieder Energie zu sammeln, um innerlich nachzuspüren, was gerade eigentlich los ist, um meine Gedanken zu ordnen. Gefühle tauchen nicht auf, weil sie stören wollen. Sie tauchen auf, weil sie gesehen und gespürt werden wollen.

Vielleicht war es bei Dir ähnlich. Vielleicht war 2025 auch für Dich kein Jahr für eine Schublade. Eher eines, das nach einem Wort verlangt, wenn jemand fragt: „Und, wie war’s?“ und Du kurz innehältst, weil die Antwort zu groß ist. Ein Grenzgängerjahr.

Lichtpunkte, die leuchten

Wenn ich zurückschaue, dann sehe ich zuerst das Schöne. Urlaub in Bayern. Nicht nur ein Ort, eher ein Kapitel zum Durchatmen. Wertvolle Familienzeit, gemeinsames Lachen, Gespräche, die nicht an der Oberfläche bleiben. Momente, in denen man am Tisch sitzt und plötzlich wieder spürt: So fühlt sich „Verbindung“ an. Und mittendrin die Kommunion meines Patenkindes.

Sogar die Deutsche Bahn, wofür ich extrem dankbar bin, hat Hin- und Rückfahrt recht ordentlich hinbekommen. Nur Düsseldorf hat mich auf dem Rückweg für etwa eine Stunde festgehalten. Es war keine dramatische Szene, eher eine dieser Zwischenzeiten, die auch mal in Ordnung sind. Denn daraus entstand ein Gespräch mit einem freundlichen Ostfriesen, so unkompliziert und warm, dass wir schließlich gemeinsam weiterfuhren und erst in meiner Heimat auseinander gingen. Manchmal schenkt das Leben einem genau dann Gesellschaft, wenn man sie gar nicht geplant hat.

Da waren die Ausflüge mit meinem Stammtisch: Genuss, Lachen, Quatschabende, dieses schöne Beisammensein, das einen wieder an die Oberfläche holt, wenn der Kopf zuvor mit anderen Dingen gefüllt war. Und FloZe Harmony: Wunderschöne gemeinsame Probetage und Auftritte. Und dann dieses so schöne Wochenende in den Niederlanden mit FloZe Harmony: so viele schöne Momente, so schnell vorbei, als hätte jemand die Zeit ein Stück zu früh weitergedreht.

Natur als Ruhepol

Wenn ich an meinen Ruhepol denke, sehe ich Spaziergänge. Stundenlang durch die Natur, manchmal allein, manchmal in Begleitung. Der Geruch von feuchter Erde nach Regen. Dieses leise Knacken von Zweigen unter den Schuhen. Vögel, Enten, Gänse, Hasen, Rehe, Schmetterlinge. Nebel über einem Feld, der im Sonnenlicht plötzlich zu glimmen scheint. Luft, die man in sich aufsaugt, bis der Kopf ruhiger wird. Natur ist für mich wie ein innerer Reset-Knopf: Man geht, einen Fuß vor den anderen, bis die Gedanken sich sortiert haben.

Räume für Tiefe: Workshop, Gespräche und Freizeit

Ich denke an einen Workshop mit meiner Kollegin. Ein Raum zum Durchchecken und loslassen, für schwere Entscheidungen und tiefgehende Fragen, offen und vertrauensvoll. Die Teilnehmerinnen spiegelten uns, wie bewegend es war. Und die Baccumer Mühle als Ort: wunderschön, passend, als hätte sie genau für solche inneren Sortierprozesse stillgehalten.

Und ja, ich durfte auch wieder viele Menschen als Mental Coach begleiten. Zuhören, da sein, tiefe Fragen stellen, Impulse geben, neue Perspektiven ausarbeiten, Bedürfnisse und Grenzen erkennen lassen, Bewusstsein und Kommunikation stärken, innere Bilder als Kraftquelle generieren lassen. Ich liebe diese Arbeit und bin so dankbar für das Vertrauen, was mir immer wieder geschenkt wird.

Es gab ein Firmenjubiläum, Konzerte, Gespräche, die im Herzen nachklingen. Bad Bentheim hat mich häufiger gesehen: Ritterspiele, Spaziergänge, Cafés, Veranstaltungen im Park. Zu den Freilichtspielen habe ich es diesmal nicht geschafft, aber ich weiß: Für die nächste Saison wird bereits wieder geprobt, und ich hoffe, ich bin dann wieder dabei.

Ein kleiner Traum wird wahr: Wieder kellnern

Und dann gab es diesen kleinen Traum, der lange in einer Schublade lag: Ich habe nach ca. 18 Jahren Pause wieder gekellnert. Damals musste ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören, nicht freiwillig. Seit Jahren hatte ich dieses Bild im Kopf: Nordsee, Strandbar, Wellenrauschen, und ich mit dem Tablett unterwegs. Mindestens drei Jahre dachte ich darüber nach, statt es einfach zu tun. Und dann kam der passende Ort auf mich zu. Das SeeCafe an den Haddorfer Seen. Ein Ort aus meiner Kindheit, den ich liebe, an dem ich gerne spazieren gehe. Eine Theke mit Blick aufs Wasser, dieses Strand-See-Gefühl, gelbe Sonnenschirme, die Wärme ausstrahlen, so viele liebe Menschen. Es war anders als früher. Mir fehlte etwas die körperliche Hektik, aber ich habe es dennoch sehr genossen. Und ja: Es gab dann doch ein paar Powertage, wie den 1. Mai, als gefühlt alle draußen waren. Da war ich dann ganz in meinem Element.

Wenn ein Jahr nicht nur glitzert

Aber 2025 war eben nicht nur Glitzer. Viele von uns hatten Höhen und Tiefen. Manche stecken noch mittendrin, andere haben Hürden überwunden und atmen durch.

Auch wir mussten uns von lieben Menschen verabschieden, die über die Regenbogenbrücke gegangen sind. Und Loslassen ist kein sauberer Schnitt. Es ist ein Prozess. Voller Emotionen.

Wenn ich das Jahr in einem Wort beschreiben müsste, wäre es wahrscheinlich: viel. Sehr viel Schönes und gleichzeitig extrem viel Anstrengung.

Das größte Kapitel in diesem Jahr: Abschied vom Elternhaus

Das größte Kapitel war der Umzug meiner Mutter, der Verkauf des Elternhauses und die dazugehörende Haushaltsauflösung. Vier Generationen. Ein Haus, eine Werkstatt, verschiedene Schuppen. Viel Stauraum, privat und geschäftlich genutzt. Und plötzlich diese Entscheidungen, die sich nicht nach „Sachen“ anfühlen, sondern nach Abschied, vor allem auch für meine Mutter: Was bleibt? Was geht? Und wenn es geht - verkaufen, verschenken, entsorgen?

Es war ein Marathon. Eine Flut neuer Aufgaben. Und während wir organisierten, sortierten, schleppten, kam gleichzeitig etwas anderes: Erinnerungen. Unerwartet, ungebeten, hartnäckig. Der Inhalt einer Schublade war nicht mehr nur der Inhalt einer Schublade, er wurde zum Film. Ein altes Glas, eine Kiste, ein Werkzeug, ein Foto, ein Stück Stoff: Jedes Teil brachte seine eigene Geschichte mit. Manche waren warm, voller Liebe. Andere taten weh, stießen Themen an, von denen ich dachte, sie seien längst verarbeitet und doch standen sie wieder da, als hätten sie nur gewartet. Ein Auf und Ab der Gefühle. Alles war dabei. Alles durfte sein. Ich mag es, wenn es in mir arbeitet.

Dachbodenfunde: Meine sehr persönliche Zeitreise

Auf dem Dachboden wurde es besonders spannend für mich. Als mein Zimmer renoviert wurde, ich war etwa 15, hatte ich alles, was mir wichtig war, auf den Dachboden geräumt. Wegwerfen war nie so meins. Alles war gut verpackt für Jahre und ich habe die Einlagerung total vergessen. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn. Und dann lag es wieder vor mir: Spielsachen, selbstgemalte Bilder, getöpferte Skulpturen, Deko, Schulsachen samt Klassenarbeiten, die komplette a-ha-Poster-Sammlung, die damals fast meine ganze Tapete unter sich versteckte, Puppen, Kuscheltiere, Bücher, Zeitschriften, meine Ballettschuhe und so vieles mehr. Eine absolute Zeitreise in meine Kindheit und Jugend. Ich setzte mich auf den Fußboden meines damaligen Zimmers, was schon viele Jahre nicht mehr meines war, und schaute alles durch. Mal flossen Tränen. Mal folgten Lachkrämpfe. Und dieses merkwürdige Staunen darüber, wie nah man sich selbst sein kann, wenn man etwas wiederfindet, das man längst vergessen hatte.

Auch hiervon fanden einige Dinge ein neues Zuhause bei lieben Menschen. Anderes habe ich feierlich losgelassen, wie zum Beispiel meine Schulhefte.

Familiengeschichte

Durch diese Haushaltsauflösung habe ich auch Neues über meine Familiengeschichte erfahren. Besucher erzählten Geschichten von meinem Opa, der schon vor meiner Geburt gestorben ist, oder von meinem Vater, von meiner Familie insgesamt. Auch ehemalige Mitarbeiter tauchten auf und nahmen Dinge mit und erzählten von der Zeit, als sie noch für meine Eltern tätig waren. So viele Gespräche - lehrreich, inspirierend, manchmal überraschend intim. Es war, als würde sich in mir ein Puzzle zusammensetzen, von dem ich nicht einmal wusste, dass Teile fehlen, obwohl ich es immer mal gespürt hatte. Und selbst das Loslassen wurde leichter, wenn Menschen mir später Fotos vom neuen Zuhause der Dinge schickten, die sie mitgenommen hatten, worüber ich mich sehr freute.

Getragen werden: Hilfe und Dankbarkeit

In diesem Jahr habe ich extrem häufig um Hilfe gebeten. Mehr als je zuvor. Wir hätten es ohne Euch nicht geschafft: mit Euren Händen, Euren Gedanken, Euren Gesprächen, Euren Ideen, Euren Netzwerken und Erfahrungen. Ihr habt geplant, geputzt, angepackt. Tipps gegeben, beim Flohmarkt geholfen, beim Verkauf, beim Umzug, bei der Entrümpelung, bei der Drecksarbeit in Werkstatt und Garten, bei so viel mehr. Manchmal war es ein „Ich komme kurz vorbei“. Manchmal ein ganzer Tag, manchmal mehrere. Manchmal ein Satz am Telefon, der verhindert hat, dass ich innerlich aufgebe. Viele Dinge bekamen auch durch Euch oder bei Euch, ein neues Zuhause. Und wenn wir fragten, war da immer jemand. DANKE!!!

Wenn das Fass überläuft

Und trotzdem: Ich war an den Tagen am Haus oft überfordert. Vor allem dann, wenn ich irgendetwas planen musste und den Überblick verlor. Manchmal fühlte ich mich allein, obwohl so viele Menschen da waren. Es gab Verzweiflung, auch extreme. Teile in mir wurden laut, die ich für längst „im Griff“ gehalten hatte: das kleine Kind, das Teenie-Mädchen wurde wieder stärker als die Erwachsene in mir. Es kamen Worte aus mir heraus, wütend, aggressiv, auf die ich nicht stolz bin. Alte, tief sitzende Wunden aus der Kindheit schossen unkontrollierbar nach oben, platzen auf. Mir wichtige Menschen wurden von mir durch meine Worte verletzt. Danach kam Reue. Mein Fass lief einige Male über. Es war einfach zu voll, zu wenig Zeit zum Leeren. Vielleicht war da auch unterdrückte Wut, die sich ihren Weg gesucht hat. Denn irgendwann kann wieder hochkommen, was wir noch nicht verarbeitet haben.

In der Zeit der Hausauflösung haben mir definitiv meine inneren Werkzeuge geholfen, die ich über Jahre durch meine vielen Aus- und Weiterbildungen in mir integriert habe. Sie haben das Wiederaufstehen erleichtert, wenn ich am Boden lag. Lang habe ich während dieses Jahres nie gelegen. Warum das Leben schwerer machen, wenn es auch leichter gehen kann. In dieser Phase konnte ich es noch mal testen, ob es hilft und es hilft sehr.

Dankbarkeit

Ich bin sehr dankbar für so viele Menschen in meinem Leben. Privat und beruflich. Für das große Vertrauen, das Ihr mir schenkt, für Eure Wertschätzung, die Motivationsspritzen, manchmal auch für den liebevollen „Hinterntritt“, wenn mir die klare Sicht fehlt. Für Eure Offenheit und Ehrlichkeit. Für Eure Zeit, Eure Unterstützung und beruflich natürlich auch für Eure sehr positiven Feedbacks und Weiterempfehlungen.

Und ja: Ein besonderer Dank geht auch noch an alle, die im Oktober 2024 an meiner Umfrage teilgenommen haben. Ich habe sie wegen der Familiensituation immer noch nicht ausgewertet und schaffe es vielleicht 2026, aber alles, was ihr mir geschrieben oder gesagt habt, habe ich gelesen und verinnerlicht. DANKE auch dafür!

Mein Wunsch für 2026

2026 steht nun ganz nah vor der Tür und ich wünsche mir für Dich, für mich, für uns, dass wir Menschen es schaffen, uns wieder mehr zu verbinden. Respektvoller miteinander umzugehen, uns gegenseitig unterstützen, einander richtig zuzuhören. So wie ich es in diesem Jahr, dank Euch, noch mal bewusster erleben durfte.

Ich habe in diesem Jahr nur herzliche Menschen getroffen. Gleichzeitig nehme ich wahr, wie schnell wir auseinanderdriften, wenn ich außerhalb meiner eigenen Welt schaue. Wie schnell wir urteilen, ohne zu fragen. Wie selten wir wirklich zuhören.

Jede Art von Verbundenheit beginnt bei uns selbst.

2026

Ich bin neugierig auf das, was kommt. Realistisch genug, um zu wissen: Es werden wieder Herausforderungen da sein, von denen ich mir auch bereits selbst ein paar ausgesucht habe.

Lasst uns alle viele schöne Momente im kommenden Jahr sammeln, um am Ende noch einmal zurückzuschauen und den Rückblick mit den gleichen Gefühlen zu genießen. Denn wie wir ja alle wissen, kann unser Gehirn nicht unterscheiden, ob Dinge gerade geschehen oder wir uns gedanklich mit allen Sinnen hineinbeamen. Wir können die schönen Gefühle wieder fühlen, wenn wir es uns vorstellen.

Es wird für uns alle so einige gute Momente geben. Vielleicht sogar ein paar mehr, wenn wir bewusster miteinander sind. Vielleicht ein Gespräch, das berührt. Vielleicht eine Verbindung, die sich wieder festigt. Vielleicht nur die ruhige Erkenntnis, dass es ok ist, nicht perfekt zu sein, nicht alles im Griff zu haben, nicht immer stark sein zu müssen.

Und jetzt, zum Schluss: Kurz halten fällt mir, wenn ich einmal loslege, nicht so leicht. Danke, dass Du bis hierhin gelesen hast. Es bedeutet mir viel. 

Ich wünsche Dir etwas verspätet, aber von Herzen, schöne, friedliche Weihnachten und alles erdenklich Gute für das neue Jahr. Viele tolle Begegnungen, schöne Momente, Gesundheit und dass Du auf der Route unterwegs bist, die Du Dir für Dich wünschst.

Auf einen guten Start in das Jahr 2026.
Alles Gute auf Deiner Route!

Deine Barbara